Heiße 3-Gipfeltour zur Notkarspitze

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Allerbestes Wetter war angekündigt. Heiß sollte es werden. Da hieß es früh aufstehen, damit ich beim Aufstieg sowohl der allergrößten Hitze und den zu erwartenden Massen auf dem Berg entkomme. Auch reichlich Wasser (2x 1,5l + 1x 0,75l) einpacken und mitschleppen war angesagt, denn auf dieser Tour gibt es keine Hütten bei denen ich mich notfalls mit Flüssigkeiten hätte versorgen können.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Hitze war durchaus zu ertragen, auch wenn die mitgenommene Menge an Wasser nicht ganz ausgereicht hat und ich die letzten Kilometer im Tal auf dem Weg zurück zum Auto mit immer größer werdendem Durst zu tun hatte. Auch die befürchteten Menschenmengen sind gottseidank ausgeblieben. Wahrscheinlich ist die doch recht große Länge der Tour sowie das Fehlen jeglicher Hütten auf dem Berg mit dafür verantwortlich, dass doch nicht ganz so viele Bergwanderer diese Tour gehen.

Um 7 Uhr 40 war ich dann am Parkplatz Ettalsattel (€3/Tag pauschal am Parkscheinautomaten – Kleingeld nicht vergessen! – inkl. Dixi-WC). Schätzungsweise 25-30 Autos finden dort Platz und der Parkplatz war bereits ca. zur Hälfte gefüllt.

Nach Fertigpacken des Rucksacks und verstauen der schon nicht mehr benötigten Fleece-Jacke ging ich ziemlich genau um 8 Uhr los. Zuerst geht es zu einem Wirtschaftsweg dem ich dann nach links für ca. 600m folge. Dort geht es in einer Spitzkehre rechts den Steig hinauf.

Einstieg in den Steig zum Ochsensitz

Durch recht dichten Bergwald führt der Steig rund eine Stunde stetig steil nach oben. Kurz vor dem ersten Etappenziel, dem Ochsensitz (1515 m), kommt man auf eine größere Lichtung.

Lichtung vor Ochsensitz

Der eigentliche Weg führt nicht direkt über den Ochsensitz, sondern knapp südlich unterhalb vorbei. Allerdings gibt es auch einen alternativen Weg, der über den Ochsensitz führt. Natürlich habe ich den Abzweig glorreich verpasst, und stellt dann nur fest, dass ich wohl gerade dabei war am Ochsensitz vorbei zu laufen. Ein kurzer Blick auf Handy bestätigte dann auch meine „Befürchtung“, zeigte mir aber auch gleichzeitig auf, dass ich wohl so in 50m den rückwärtigen Teil des alternativen Pfades erreichen würde und ich von dort aus ebenfalls zum Ochsensitz komme. Der Ochsensitz ist durch ein schlichtes Holzkreuz gut gekennzeichnet und bietet sowohl eine atemberaubende Sicht auf das Kloster Ettal,

Kloster Ettal vom Ochsensitz

als auch einen großartigen Rundblick auf die Bergwelt rings herum.

Wetterstein vom Ochsensitz

Vom Ochsensitz ging es nun auf den rund 200 m höher gelegenen Ziegelspitz (1719 m). Unterwegs legte ich dann eine erst Rast mit bester Aussicht auf Garmisch-Partenkirchen und das Wettersteingebirge mit der Zugspitze ein.

Garmisch-Partenkirchen mit Wetterstein
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Seit dem letzten Anstieg zum Ziegelspitz läuft man nur noch zwischen niedrig wachsenden Latschen, so dass ich zwar keinerlei Sonnenschutz mehr durch Bäume hatte aber andererseits auch nahezu ungestört das herrliche Panorama (gen Süden das Wettersteingebirge, und gen Norden und Westen die Ammergauer Alpen) genießen konnte.

Auf dem Ziegelspitz angekommen kann man den Rest des Weges zur Notkarspitze (1889 m) bereits gut erkennen.

Notkarspitze vom Ziegelspitz

Kurz hinter dem Ziegelspitz traf ich dann auch auf meinen ersten Enzian des Jahres.

Enzian

Um ca. 11 Uhr 35 kam ich dann auf der Notkarspitze an. Einige wenige Wanderer rasteten auf dem breiten Grasgipfel, so dass nie das Gefühl der Völle entstand – anders als Anfang April auf dem Brecherspitz. Nach ausgiebigem Fotografieren in alle Richtungen, entschloss ich mich auch hier noch eine Rast zu machen, bevor ich mich dann an den als schwer und stellenweise gefährlich beschriebenen Abstieg machte.

Notkarspitze mit Gipfelkreuz
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Mit schönen Blicken auf die karge, schroffe Nordseite des Grats ging es tatsächlich recht steil nach unten.

Schroffe Nordseite des Ostgrats

Der Weg war stark mit ziemlich lockerem, groben Schotter versehen, was immer wieder einmal dazu führte, dass der scheinbar sichere Stand doch nicht ganz so sicher war wie ich glaubte, so dass ich trotz aller Vorsicht gelegentlich leicht ins Rutschen kam. Was dazu führte, dass ich nur langsam voran kam, da ich mich bei fast jedem Schritt erst über die Standfestigkeit versichern musste und auch aufgrund der Steilheit nur kleine Schritte machen konnte. Kurz bevor ich dann in den anfangs sehr lichten Bergwald kam, ging es noch an einer großen, schönen Schlüsselblumenwiese vorbei.

Schlüsselblumenwiese
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Aber auch im Wald blieb es sehr steil mit manchmal nahezu senkrechten Abhängen direkt neben dem Weg. Auch erst hier kamen dann die gefährlichen, seilversicherten Passagen, die beim Hinaufgehen wahrscheinlich als gar nicht so schwer wahrgenommen werden würden, aber beim Abstieg, und insbesondere mit inzwischen rund 5 Stunden Wandern in den Beinen, war ich doch um die Seilversicherungen stellenweise sehr dankbar.

Steiles Gelände beim Abstieg
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Und immer weiter ging es bergab. Nur wenn ich dann mal wieder einen freien Blick ins Tal hatte, kam es mir immer wieder so vor als wäre ich dem Tal überhaupt nicht näher gekommen. Nur der langsam immer lauter werdende Motorradlärm, der den Berg hinaufschallte, ließ mich glauben, dass ich doch noch irgendwann unten im Tal ankommen würde.

Als ich dann endlich tatsächlich im Tal angekommen war, hieß es nun – inzwischen durstig und ohne weiteres Trinkwasser – am Waldesrand entlang an Ettal vorbei zurück zum Ettaler Sattel zu laufen (ca. 3 km).

Gegen 14:45 Uhr war ich wieder glücklich am Ettaler Sattel Parkplatz bei meinem Auto angekommen.

Eine – zumindest bei einem solchen Wetter – fantastische, wenn auch lange und dadurch auch anstrengende, Tour. Ob ich den gleichen Abstieg noch einmal wählen würde, oder doch in den sauren Apfel beissen würde und den selben Weg wie für den Aufstieg auch für den Abstieg zu nehmen würde ich wahrscheinlich doch sehr stark vom Wetter abhängig machen. Bei der geringsten Chance, dass der Fels nass und rutschig sein könnte würde ich immer den „Normalweg“ auch für den Abstieg wählen, denn 1. die Aussicht ist auf dem Gratweg definitiv besser, 2. Sicherheit geht vor und nur deshalb einen Rundweg wählen damit’s ein Rundweg ist, sehe ich irgendwie nicht ein 😉

 

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