Bayern, Bergtouren

Heiße 3-Gipfeltour zur Notkarspitze

Allerbestes Wetter war angekündigt. Heiß sollte es werden. Da hieß es früh aufstehen, damit ich beim Aufstieg sowohl der allergrößten Hitze und den zu erwartenden Massen auf dem Berg entkomme. Auch reichlich Wasser (2x 1,5l + 1x 0,75l) einpacken und mitschleppen war angesagt, denn auf dieser Tour gibt es keine Hütten bei denen ich mich notfalls mit Flüssigkeiten hätte versorgen können.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Hitze war durchaus zu ertragen, auch wenn die mitgenommene Menge an Wasser nicht ganz ausgereicht hat und ich die letzten Kilometer im Tal auf dem Weg zurück zum Auto mit immer größer werdendem Durst zu tun hatte. Auch die befürchteten Menschenmengen sind gottseidank ausgeblieben. Wahrscheinlich ist die doch recht große Länge der Tour sowie das Fehlen jeglicher Hütten auf dem Berg mit dafür verantwortlich, dass doch nicht ganz so viele Bergwanderer diese Tour gehen.

Um 7 Uhr 40 war ich dann am Parkplatz Ettalsattel (€3/Tag pauschal am Parkscheinautomaten – Kleingeld nicht vergessen! – inkl. Dixi-WC). Schätzungsweise 25-30 Autos finden dort Platz und der Parkplatz war bereits ca. zur Hälfte gefüllt.

Nach Fertigpacken des Rucksacks und verstauen der schon nicht mehr benötigten Fleece-Jacke ging ich ziemlich genau um 8 Uhr los. Zuerst geht es zu einem Wirtschaftsweg dem ich dann nach links für ca. 600m folge. Dort geht es in einer Spitzkehre rechts den Steig hinauf.

Einstieg in den Steig zum Ochsensitz

Durch recht dichten Bergwald führt der Steig rund eine Stunde stetig steil nach oben. Kurz vor dem ersten Etappenziel, dem Ochsensitz (1515 m), kommt man auf eine größere Lichtung.

Lichtung vor Ochsensitz

Der eigentliche Weg führt nicht direkt über den Ochsensitz, sondern knapp südlich unterhalb vorbei. Allerdings gibt es auch einen alternativen Weg, der über den Ochsensitz führt. Natürlich habe ich den Abzweig glorreich verpasst, und stellt dann nur fest, dass ich wohl gerade dabei war am Ochsensitz vorbei zu laufen. Ein kurzer Blick auf Handy bestätigte dann auch meine „Befürchtung“, zeigte mir aber auch gleichzeitig auf, dass ich wohl so in 50m den rückwärtigen Teil des alternativen Pfades erreichen würde und ich von dort aus ebenfalls zum Ochsensitz komme. Der Ochsensitz ist durch ein schlichtes Holzkreuz gut gekennzeichnet und bietet sowohl eine atemberaubende Sicht auf das Kloster Ettal,

Kloster Ettal vom Ochsensitz

als auch einen großartigen Rundblick auf die Bergwelt rings herum.

Wetterstein vom Ochsensitz

Vom Ochsensitz ging es nun auf den rund 200 m höher gelegenen Ziegelspitz (1719 m). Unterwegs legte ich dann eine erst Rast mit bester Aussicht auf Garmisch-Partenkirchen und das Wettersteingebirge mit der Zugspitze ein.

Garmisch-Partenkirchen mit Wetterstein
Garmisch-Partenkirchen mit Wetterstein
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Seit dem letzten Anstieg zum Ziegelspitz läuft man nur noch zwischen niedrig wachsenden Latschen, so dass ich zwar keinerlei Sonnenschutz mehr durch Bäume hatte aber andererseits auch nahezu ungestört das herrliche Panorama (gen Süden das Wettersteingebirge, und gen Norden und Westen die Ammergauer Alpen) genießen konnte.

Auf dem Ziegelspitz angekommen kann man den Rest des Weges zur Notkarspitze (1889 m) bereits gut erkennen.

Notkarspitze vom Ziegelspitz

Kurz hinter dem Ziegelspitz traf ich dann auch auf meinen ersten Enzian des Jahres.

Enzian

Um ca. 11 Uhr 35 kam ich dann auf der Notkarspitze an. Einige wenige Wanderer rasteten auf dem breiten Grasgipfel, so dass nie das Gefühl der Völle entstand – anders als Anfang April auf dem Brecherspitz. Nach ausgiebigem Fotografieren in alle Richtungen, entschloss ich mich auch hier noch eine Rast zu machen, bevor ich mich dann an den als schwer und stellenweise gefährlich beschriebenen Abstieg machte.

Notkarspitze mit Gipfelkreuz
Notkarspitze mit Gipfelkreuz
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Mit schönen Blicken auf die karge, schroffe Nordseite des Grats ging es tatsächlich recht steil nach unten.

Schroffe Nordseite des Ostgrats

Der Weg war stark mit ziemlich lockerem, groben Schotter versehen, was immer wieder einmal dazu führte, dass der scheinbar sichere Stand doch nicht ganz so sicher war wie ich glaubte, so dass ich trotz aller Vorsicht gelegentlich leicht ins Rutschen kam. Was dazu führte, dass ich nur langsam voran kam, da ich mich bei fast jedem Schritt erst über die Standfestigkeit versichern musste und auch aufgrund der Steilheit nur kleine Schritte machen konnte. Kurz bevor ich dann in den anfangs sehr lichten Bergwald kam, ging es noch an einer großen, schönen Schlüsselblumenwiese vorbei.

Schlüsselblume
Schlüsselblume
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Aber auch im Wald blieb es sehr steil mit manchmal nahezu senkrechten Abhängen direkt neben dem Weg. Auch erst hier kamen dann die gefährlichen, seilversicherten Passagen, die beim Hinaufgehen wahrscheinlich als gar nicht so schwer wahrgenommen werden würden, aber beim Abstieg, und insbesondere mit inzwischen rund 5 Stunden Wandern in den Beinen, war ich doch um die Seilversicherungen stellenweise sehr dankbar.

Steiles Gelände beim Abstieg
Steiles Gelände beim Abstieg
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Und immer weiter ging es bergab. Nur wenn ich dann mal wieder einen freien Blick ins Tal hatte, kam es mir immer wieder so vor als wäre ich dem Tal überhaupt nicht näher gekommen. Nur der langsam immer lauter werdende Motorradlärm, der den Berg hinaufschallte, ließ mich glauben, dass ich doch noch irgendwann unten im Tal ankommen würde.

Als ich dann endlich tatsächlich im Tal angekommen war, hieß es nun – inzwischen durstig und ohne weiteres Trinkwasser – am Waldesrand entlang an Ettal vorbei zurück zum Ettaler Sattel zu laufen (ca. 3 km).

Gegen 14:45 Uhr war ich wieder glücklich am Ettaler Sattel Parkplatz bei meinem Auto angekommen.

Eine – zumindest bei einem solchen Wetter – fantastische, wenn auch lange und dadurch auch anstrengende, Tour. Ob ich den gleichen Abstieg noch einmal wählen würde, oder doch in den sauren Apfel beissen würde und den selben Weg wie für den Aufstieg auch für den Abstieg zu nehmen würde ich wahrscheinlich doch sehr stark vom Wetter abhängig machen. Bei der geringsten Chance, dass der Fels nass und rutschig sein könnte würde ich immer den „Normalweg“ auch für den Abstieg wählen, denn 1. die Aussicht ist auf dem Gratweg definitiv besser, 2. Sicherheit geht vor und nur deshalb einen Rundweg wählen damit’s ein Rundweg ist, sehe ich irgendwie nicht ein 😉

 

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Bayern, Bergtouren

Vom Versuch den Bodenschneidgipfel zu erreichen…

Nach meiner ersten Tour dieses Jahr Anfang April (Brecherspitz-Tour) war ich leider einige Zeit gesundheitlich außer Gefecht gesetzt. Letzte Woche musste ich dann auch noch einmal passen, da die Schneefälle der Tage davor zu einer Schneelage in den Bergen geführt hatten, die mich davon Abstand halten ließen.

Jetzt sollte es aber wieder sein: Für den Anfang der Saison habe ich mir ein paar kürzere Touren herausgesucht und so sollte es diesmal vom Spitzingsee zum Bodenschneid gehen. (Anfahrt von mir zuhause ca. 2 Stunden). In den letzten Tagen hatte ich immer mal wieder versucht über Webcams die Schneelage zu erkunden und nachdem was ich sehen konnte, dachte ich, dass es zumindest einen Versuch wert wäre.

Laut Wetterbericht war es angeraten direkt am Samstag in der Früh loszuziehen. Also den Wecker gestellt, so dass ich bereits um 7 Uhr in der Früh losfahren konnte. Daheim war alles in Nebel gehüllt, und ich hoffte darauf, dass sich der Wetterbericht bewahrheitete und sich die Sonne durchsetzen konnte. Und wo war es dann auch: bereits nach 15 Minuten Fahrzeit fuhr ich im schönsten Sonnenschein.

Diesmal parkte ich nicht oben am Spitzingsattel, sondern fuhr noch ein Stückchen weiter. Unmittelbar oben am Sattel führt rechts der Stümpflingweg ab. Eine ziemlich schmale unscheinbare Straße, die aber am Ende zu einem großen (und kostenfreien) Parkplatz führt. Der Parkplatz war nahezu leer, was mich hoffen ließ, dass ich nicht mit all zu vielen „Mitwanderern“ zu rechnen hatte.

Was mich allerdings zweifeln ließ, ob ich mich richtig entschieden hatte, war, dass am Fahrzeug neben mir sich zwei Skitourengeher gerade fertig machten. Hatte ich die Schneesitutation doch so falsch eingeschätzt?

Firstgraben am Parkplatz Kurvenlift-Stüberl

Naja, egal, jetzt war ich schon mal da, da kann ich auch mal schauen wie weit es geht. Rucksack gepackt, die schweren Wanderstiefel erst einmal in den Rucksack und die leichteren Trekking-Schuhe angezogen, denn anfangs geht es ja einen asphaltierten Weg zur Unteren Firstalm. Noch schnell ein Foto vom Bach direkt am Parkplatz, der aufgrund der Schneeschmelze gut Wasser führte. Die Tourengeher schlugen auch direkt eine anderen Weg ein, so dass ich hoffte, dass auf meinem Weg vielleicht doch nicht soo viel Schnee liegen würde.

Krettenburg und Obere Firstalm
Krettenburg und Obere Firstalm
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Der Katzerweg zur Unteren Firstalm war dann auch völlig schneefrei. Links und Rechts des Weges viele Schlüsselblumen, denen man aber ansah, dass der Schnee der letzten Woche ihnen nicht gut getan hatte. Auf halben Weg wurde dann der asphaltierte Weg zur Schotterpiste, aber immer noch schneefrei.

Schlüsselblumen

Nach rund 30 Minuten erreichte ich trotz einiger kurzer Fotostopps, bereits die Untere Firstalm (der Wegweiser am Parkplatz sprach von einer 3/4 Stunde). Von hier führen 2 Wege zum Bodenschneid. Mein Plan war es über den Suttenstein zum Bodenschneid und dann zurück über Bodenschneidhaus, Freudenreichalm und Obere Firstalm zu gehen.

Vor mir lag jetzt aber ein Schneefeld bis zum Suttenstein, also wechselte ich die Schuhe.

wegweiser-untere-firstalm
wegweiser-untere-firstalm
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Der Weg war durch etliche Spuren recht gut zu erkennen. Anfangs war der Schnee nur Knöcheltief und gelegentlich hielt sogar die Schneedecke, so dass ich fast gar nicht einsank. Aber je weiter ich kam, desto häufiger gab die oberste Schicht des Schnees nach und ich sank an einigen Stellen fast knietief ein. Da aber der Weg vom Suttenstein weiterführend schneefrei aussah, kämpfte ich mich weiter vor. Und nach weiteren 30 Minuten erreichte ich den Suttenstein.

Blick zurück über den Nordhang auf die Untere Frstalm

Der steinige und von Wurzelwerk durchzogene Weg führte nun sehr steil, aber frei von Schnee geradewegs weiter nach oben. Aber bereits nach wenigen Minuten musste ich mich schon wieder durch z.T. tiefen Schnee kämpfen. Nach weiteren 20 Minuten stetigem steilen Bergaufs und immer tiefer werdenden Schnee (an einer Stelle sank ich bis weit über das Knie ein) spürte ich langsam, wie das Stapfen durch den Schnee weiter an meinen Kräften zehrte. Kein Ende des Schnees in Sicht und wohl noch ca. 1 km bis zum Bodenschneidgipfel, sowie die Tatsache, dass auch meine Bergstiefel inzwischen gegen den Schnee aufgegeben hatten und meine Füße inzwischen quietschnass waren, bewogen mich umzukehren nicht, dass mich meine Kräfte sonst auf dem Rückweg verlassen… zuvor aber noch ein paar Aufnahmen von der atemberaubenden Sicht:

Blick auf dei Firstalmen mit Brecherspitz

Der Weg zurück gestaltete sich recht problemlos, wo möglich lief ich einfach in meinen eigenen Fußstapfen zurück. Am Suttenstein machte ich dann noch eine kurze Rast und genoss die Aussicht ins Suttental. Von Südwesten konnte ich bereits das für den späteren Tag angekündigte schlechtere Wetter heranziehen sehen und auch der Wind aus dieser Richtung frischte merklich auf.

Risserkogel, Blankenstein und Rauhenberg
Blick vom Suttenstein auf Risserkogel, Blankenstein und Rauhenberg

Der Weg bergab durch den Schnee im Nordhang zur Unteren Firstalm ging auch deutlich schneller als der Weg hinauf, so dass ich bereits nach rund 15 Minuten wieder an der Unteren Firstalm war. Auf dem letzten Stück von der Unteren Firstalm zurück zum Parkplatz kamen mir nun Heerscharen von Wanderern und Spaziergängern entgegen, die wohl alle „nur“ den Firstalmen-Rundweg gehen wollten.

Marterl
Marterl
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Auch wenn ich den Bodenschneidgipfel nicht erreicht habe, so war es doch für mich eine sehr schöne und lohnenswerte Tour. Und beim nächsten Mal (sicherlich noch dieses Jahr) werde ich auch die Tour so beenden können wie geplant.

Was ich mir aber jetzt auf jeden Fall besorgen werde: Gamaschen, Schneeschuhe, große Teller für meine Wanderstöcke und eine bessere Imprägnierung für meine Wanderstiefel…

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Bayern, Bergtouren

Brecherspitz Frühjahrstour

So! Jetzt geht’s los! 🙂

Nachdem ich erst letztes Jahr so richtig den Zugang zum Bergsteigen gefunden habe und erst spät im Jahr meine fünf Bergtouren gemacht habe, habe ich mir für dieses Jahr einiges mehr vorgenommen: 20 Gipfeltouren sollen es dieses Jahr werden.

Da heißt es früh anfangen.

Die Märzwochenenden waren schon alle mit anderweitigen Aktivitäten ausgebucht, so dass am ersten Aprilwochenende endlich die erste Tour anstand:

Brecherspitz vom Spitzingsattel

Eine relativ kurze Tour zum Saisonbeginn um den unweigerlich anstehenden Muskelkater nicht unnötig heftig werden zu lassen. Laut bergtour-online.de eine Tour vnon 3 1/2 Stunden Länge: 2 Stunden rauf zum Gipfel und 1 1/2 Stunden für den Rückweg.

Morgens rechtzeitig losgefahren, so dass ich bereits ziemlich pünktlich um 9 Uhr am Parkplatz Spitzingsattel abmarschbereit war. Die €4 Parkgebühr wurden vom freundlichen Parkwächter, nach Park-Einweisung direkt abkassiert – also war es unnötig, dass ich mir am Vorabend noch extra Kleingeld zusammengesucht habe um auch den Parkscheinautomaten bedienen zu können. 

Vorher noch ein kurzer Fotostopp am Schliersee:

Schliersee am frühen Morgen

Wegweiser Obere Firstalm

Der Weg beginnt direkt auf der anderen Straßenseite des Parkplatzes und ist unübersehbar ausgeschildert: „Bergasthof Obere Firstalm 2,5 km“. Der gut ausgebaute Forstweg, der wohl im Winder auch als Rodelbahn herhält, führt ohne große Wendungen aber für einen Forstweg bereits mit recht beachtlicher Steigung bergauf. Wenn es dann endlich etwas flacher wird und sogar kurz leicht bergab geht, kommt auch schon der Abzweig zum „Brecherspitz“ 1 Std.

Wegweiser Brecherspitz

Kaum abgebogen sieht man auch schon den recht langen, steilen Hand hoch zum Brecherspitz Vorgipfel, über den ein Steig hinaufführt. Immer wieder wird man darauf hingewiesen, doch bitte auf dem Weg zu bleiben und nicht abzukürzen, um die Natur zu schonen.

Steig zum Vorgipfel

Nach rund einer halben Stunde erreicht man den Vorgipfel. Ein wenig links ab vom Weg erhält man einen ersten guten Blick auf den Brecherspitz und den Grat über den man zu ihm gelangt.

Blick auf Brecherspitz mit Grat

Vor hier aus geht es jetzt über den Grat (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich, dann aber, auch dank der angebrachten Stahlseile, problemlos) mit einiger fast schon Kraxelei erst ein Stück abwärts und dann geradewegs hinauf zum Gipfel. 

Kraxelstück auf dem Grat

Vom Grat aus erhält man dann auch den ersten guten Blick auf den Spitzingsee und auf die Freudenreichkapelle.

blick-auf-freudenreich-kapelle
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Vom gut besuchten Gipfel (Einsamkeit kann man hier wohl nur sehr selten erleben) hat man einen fantastischen Rundblick.

Panoramablick vom Brecherspitz

Nach Vesper und ausreichendem Genießen von Aussicht und Sonnenschein geht es nun wieder zurück über den Grat zum Vorgipfel. Der inzwischen stetig angestiegene „Gegenverkehr“ an dem man sich ja nicht unbedingt an den steilsten und engsten Stellen vorbeiquetschen muss/will gestaltet den Rückweg langwieriger als erwartet.

Gegenverkehr auf Grat zum Vorgipfel

Das Hinweis-Schild „Freudenreich-Kapelle“ 30 min, verlockt mich hier noch einen Abstecher vorzunehmen.

Der Weg erweist sich aber – so früh im Jahr zumindest – schwieriger als erwartet. Immer wieder ist noch reichlich Schnee auf dem Weg, der, insbesondere das Absteigen zu einer recht rutschigen Angelegenheit macht. Auch die Anstiege sind nicht ohne (an einer Stelle gibt es sogar zwei Eisentritte zur Erleichterung.)

Schnee auf dem Weg zur Freudenreichkapelle

Die Freudenreich-Kapelle ist dann tatsächlich noch kleiner als man es aus der Ferne vermutet hätte. Auch von hier hat man noch einmal einen guten freien Blick auf den Brecherspitz.

Blick auf den Brecherspitz von Freudenreichkapelle

Ein, ebenfalls über freies Gelände führender, Steig nach unten mit u.a. einem Hinweisschild Freudenreich-Alm 1 Std lässt mich überlegen hier abzusteigen und dann zur oberen Firstalm zu queren. Da aber keinerlei Hinweis zu entdecken war, dass es hier auch zur Oberen Firstalm geht, habe ich mich entschlossen den Rückweg doch wieder über den Brecherspitz Vorgipfel zu nehmen.

Nach dem Rückweg – die Schneefelder sind bergauf deutlich weniger ein Problem als zuvor beim Abstieg – noch eine kurze Rast am Vorgipfel, bevor ich mich an den Abstieg über den Steig zurück zur Oberen Firstalm mache.

Rast auf dem Vorgipfel

An der Forststraße angekommen, noch ein kleiner Abstecher um kurz die obere Firstalm zu inspizieren. Hier entdecke ich dann doch noch einen Wegweiser: „Freudenreich-Alm“ 30 min. Wäre also doch gegangen. Naja, vielleicht beim nächsten Mal. Dann würde ich aber wahrscheinlich von der Oberen Firstalm direkt Richtung Freudenreich-Alm gehen und von dort aus dann hinauf über die Freudenreich-Kapelle zum Brecherspitz Vorgipfel und weiter zum Brecherspitz um dann auf dem Rückweg dann direkt zur Oberen Firstalm abzusteigen. So hätte man zumindest auf dem Zwischenstück einen Rundweg und würde nicht hin und zurück denselben Weg gehen (müssen).

Der Rückweg über den Forstweg zum Parkplatz gestaltet sich relativ unspektakulär.

Insgesamt ein – auch dank des Wetters – wunderschöner Saisonauftakt.

 

Bergtouren, Tirol

Gehrenalpe – Lechaschauer Alm

Wie alles begann:

Hahnenkamm Reutte

 

Im August/September 2014 verbrachte ich mit meiner Familie einen leider sehr verregneten Familienurlaub in Reutte/Tirol. Am ersten Tag war das Wetter noch schön und wir nutzten dies aus und fuhren mit der Hahnenkammbahn hinauf zum Hahnenkamm. Dort wanderten wir über den Hahnenkammgipfel bis zur Lechaschauer Alm und gingen dann über den Alpenrosenweg zurück über die  Singer Hütte und zum Panoramarestaurant Hahnenkamm direkt an der Bergstation.

Von der Urlaubsunterkunft hatten wir immer mal wieder – wenn es das Wetter erlaubte – einen direkten Blick auf den Hahnenkamm und die Almen darunter. Dies löste bei mir einen immer stärker werdenden Drang aus dort einmal hinauf zu laufen. „Der Berg ruft!“ 🙂 Aber leider ließ das Wetter dies den ganzen restlichen Urlaub nicht mehr zu, und der Drang war dann doch nicht soo groß, als dass ich im strömenden Regen dort hinauf gelaufen wäre.

Aber irgendwie ließ mich diese Herausforderung dann doch nicht mehr los, so dass ich dann endlich Anfang Juni 2015 ein an einem freien Wochenende, kurzerhand Wanderstiefel und Rucksack gepackt habe und am Samstag in Allerherrgottsfrüh nach Reutte, bzw. genauer: Höfen gefahren bin. Am großen Parkplatz oberhalb der Hahnenkammbahn-Talstation geparkt und den Schildern Richtung Gehrenalpe folgend losgelaufen.

Wanderwegweiser der Ferienregion Reutte

Zunächst führt der Weg unten im Tal in Richtung Wängle, außen am Ortsteil Holz vorbei

Alpenidyll Höfen/Reutte

nach dem Queren einer Wiese hinter dem Panoramahotel Talhof  vorbei, über den Leinbach, dort dann aber nicht links entlang des Leinbach, sondern rechts und nach ein paar Metern wieder links Richtung Wängle.

Kühe auf dem Weg - Wängle

Den Wirtschaftsweg entlang oberhalb von Winkl vorbei bis es dann an der T-Kreuzung links hinauf in den Berg geht. Der Steig führt recht steil direkt durch den Wald nach oben. Immer wieder einmal wird der Forstweg gekreuzt, den man auch gut nehmen kann, um mal ein Stück des Steiges durch einen weiteren aber eben auch deutlich weniger steilen Weg zu umgehen. Auch von hier bieten sich großartige Blicke in die Bergwelt.

Aussicht Forstweg zur Gehrenalpe
Bild von späterer Tour mit meiner Tochter

Nach einer guten Stunde folgt man dann endgültig dem Forstweg. Bis es dann wieder nach rechts in den Steig geht. Damals wurde allerdings wohl aufgrund eines kleinen Erdrutsches empfohlen den „alten Steig“ nach 100 m zu nehmen. Leider waren es wohl eher so um die 300-400 m  (wie ich kurz darauf erkannt habe) und ich habe ihn nicht gefunden, so dass ich dann doch den nicht empfohlenen Steig genommen habe. War aber auch kein großes Problem, nur beim Queren des kleinen, inzwischen schon recht gut gefestigten Rutsches musste ich mir den Weg selbst suchen.  Kurz darauf fand ich dann das obere Ende des „alten Steigs“ und konnte daher abschätzen, dass ich nur zu früh aufgegeben hatte das untere Ende zu finden.

Alter Steig

Jetzt geht es dann noch einmal richtig steil den Steig durch den Wald hinauf, bis man dann fast überraschend nach insgesamt rund zwei Stunden direkt an der Gehrenalpe hinauskommt.

Hier kann man wunderbar ein zweites Bergsteigerfrühstück und gleichzeitig von der Terrasse aus eine herrliche Aussicht genießen.

Blick von der Terrasse der Gehrenalpe

Nach ausreichender Stärkung und Rast geht es dann über einen Wanderpfad über die Almen hinüber zur Lechaschauer Alm und von dort weiter über den Sattel am Almenblumengarten zur Singer Hütte. Alternativ bieten sich zwei Varianten an: einmal über den Alpenrosenweg um den Berg herum direkt zur Cilly Hütte oder andererseits über den Hahnenkammgipfel ebenfalls zur Singer Hütte. Ich wählte den Weg über den Sattel direkt am Alpenblumengarten und bin nach einer guten Stunde von der Gehrenalpe bis zur Singer Hütte gelangt.

Blick zur Gehrenspitze

Von der Singer Hütte führt dann wieder ein Wirtschaftsweg hinunter ins Tal, wobei man gut und gerne die eine oder andere Serpentine auch über die Skipiste abkürzen kann. Den letzten Hang der Skipiste sollte man auf jeden Fall über den gut ausgetretenen Pfad folgen, da hier der Wirtschaftsweg noch einmal einen sehr großen Schlenker macht. Alternativ kann man auch einfach die Seilbahn für die Talfahrt nutzen. Ein Ticket für die einfache Talfahrt kostet €13,00 pro Person (Senioren (Jg. 1956 u. älter) €12,50, Jugendl. (Jg. 1999,2000) €10,50, Kinder (Jg.2001-2010) €8,00, Kleinkinder (Jg. 2011 u. jünger) frei — Preise für Sommer 2017)

Insgesamt nach wie vor eine meiner Lieblingstouren insbesondere auch aufgrund der fantastischen Aussicht auf dem ganzen Weg von Gehrenalpe bis zur Singer Hütte. Der Abstieg ist nur für den standfesten, ehrgeizigen Bergsteiger, da es hier eigentlich nicht viel Neues zu sehen gibt und man mit der Seilbahn vor allem die Knie schonen kann 😉